Edition Sterntaucher

Brit Rodenberg

 

Vom Schloss, das nicht in die Luft fliegen wollte



Idyllisch auf einer Felsenkuppe liegt Schloss Heiligenberg - oft als Renaissance-Juwel bezeichnet. Man kann hinauf wandern, sich mit dem Rad hochquälen oder mit Bus bzw. Auto herfahren. An machen Tagen hängen die Wolken dicht an den Felsen. Man schaut in eine weiße Nebelwand. Dann wieder ist es mild und klar. Der Blick reicht übers Salemer Tal bis zum nahen Bodensee und den Schweizer Alpen.

Lange lag es im Dornröschenschlaf. Man wollte hier nur in den Sommermonaten sein. Raus aufs Land und die warmen Tage genießen. Entspannen.

Im 30-jährigen Krieg kamen schwedische Soldaten und brannten den Vorhof nieder. Nachdem die Schweden abgezogen waren, besetzten Franzosen das Schloss. Sie hatten die Sprengung von Heiligenberg schon vorbereitet. Die Zundsätze lagen in den Kellergewölben unterhalb des Schlosses bereit. Warum das Schloss stehen blieb? Darum ranken sich zahlreiche Geschichten. Waren die Zündschnüre wegen des feuchtkalten Wetters, das hier oben oft herrscht - nass geworden und WOLLTEN einfach nicht brennen? Oder haben die Mäuse von Schloss Heiligenberg diese angeknabbert und so das Schloss vor seiner Zerstörung bewahrt? Wir wissen es nicht. Tatsache ist: Heiligenberg steht wie es war. Allen Kriegen und Zündeleien zum Trotz. Es hat die Zeiten überdauert. Dass es viele Jahre unbewohnt lag, ist vielleicht ein besonderes Glück. Die üblichen Verschnörkelungen und Modernisierungen haben hier nicht stattgefunden. Vieles ist nahezu so erhalten, wie es damals im 16. Jahrhundert geschaffen wurde. Gott sei Dank.


Besucher können aktuell nicht ins Schloss. Nähere Informationen gibt's auf der Webseite der Gemeinde Heiligenberg und im Aller Art.

www.heiligenberg.de

www.allerart-heiligenberg.de